Doch wie misst du eigentlich, ob deine Strategie erfolgreich war und du sie umgesetzt hast? Bauchgefühl alleine reicht hier nicht aus (insbesondere wenn dir Investor:innen im Nacken sitzen).
Genau hier kommen OKRs ins Spiel. OKRs helfen dir, deine Strategie von qualitativen Zielen in konkret messbare Faktoren runterzubrechen. So schaffst du Fokus für dich und dein Team!

Zunächst die Basics: Was sind OKRs?
- OKR steht für Objective und Key Results.
- Objectives sind qualitative, inspirierende Ziele. Sie geben eine klare Richtung vor und beantworten die Frage: Was wollen wir erreichen?
- Key Results machen diese Ziele messbar. Sie beantworten die Frage: Woran erkennen wir, dass wir das Objective erreicht haben?
- Meistens wird mit OKRs in Quartalszyklen gearbeitet.
OKRs sind dann etwas für dich, wenn…
- dein Team wächst und du Transparenz im Team (oder nach außen) schaffen möchtest
- du dein Team nicht micro-managen willst, sondern auf Selbstverantwortung setzt
- du oft den Fokus im Ideen-Dschungel verlierst und Prioritäten setzen für dich entscheidend ist
- du schneller lernen willst, was Wirkung zeigt und was nicht
- deine Strategie flexibel anpassbar sein muss, zum Beispiel durch veränderte Rahmenbedingungen

So erstellst du deine eigenen OKRs
- Brich deine Strategie in einzelne klare Objectives herunter. Das Objective soll motivieren und eine Richtung geben (Beispiel: Unser Hub wird als verlässlicher Partner für Startups wahrgenommen.)
- Lege 3-5 Key Results (KR) pro Objective fest. Diese müssen messbar, konkret und überprüfbar sein. Außerdem sollen sie sehr ambitioniert sein (z.B. „25% der neuen Member kommen über Empfehlungen“ oder „80 % der Mitglieder bewerten den Hub mit ≥ 9/10 in der Zufriedenheitsumfrage“).
Es ist normal, dass nicht jedes Ziel zu 100% erreicht werden kann. - Definiere einen festen Zeitraum, in dem du deine Objectives erreichen willst, z.B. bis Quartalsende.
- Tracke regelmäßig den Fortschritt in Weeklys oder Bi-Weeklys. So kannst du früh gegensteuern, wenn ein OKR voraussichtlich nicht erreicht werden würde.
- Reflektiere am Ende des Zyklus. Zur Erinnerung: Nicht jedes OKR muss zu 100% erreicht sein. Lernen ist Teil des Zyklus.

Häufige Fehler
OKR als To-Do-Liste verstehen
Gerade wenn man OKRs zum ersten Mal nutzt, kommt es vor, dass man die Key Results fehlerhaft definiert und eher eine To-Do-Liste statt eines Steuerungselementes erstellt.
Frage dich bei jedem OKR: Ist das ein messbares Ziel (z.B. Google-Bewertung von 4,8 oder höher) oder ist es ein To Do (z.B. 40 Member um Google-Bewertung bitten)?
Zu viele Objectives
OKRs sollen dir dabei helfen, den Fokus für das nächste Quartal zu halten. Du kannst dich nicht auf zehn Sachen gleichzeitig konzentrieren. Lege drei bis maximal fünf OKRs fest. So hast du deinen Fokus für die nächsten Monate fest im Blick.
OKRs werden mit Mitarbeiterbewertung verknüpft
OKRs sind kein Tool zur Messung der Leistung deines Teams. OKRs sind bewusst sehr ambitioniert gewählt. Im OKR-Prozess soll es um sachliche Ziele gehen.
Wenn du die Bewertung deiner Mitarbeiter an diesen Werten misst, werden sie beim nächsten OKR-Workshop weniger offen, mutig und kreativ sein.

Kein regelmäßiges Tracking
Die Termine werden im stressigen Alltag gerne abgesagt oder verschoben. Doch genau so gehen wichtige Informationen und Frühwarnsignale verloren.
Wenn du regelmäßig den Überblick hast, wie es bei deinen strategischen Themen läuft, hast du auch die Chance, frühzeitig gegenzusteuern.
Falscher Einsatz des Top-down Prinzips
OKRs ohne dein Team festzulegen, verhindert deren Akzeptanz. Aber auch wenn du dein Team einfach OKRs festlegen lässt, ohne Vorgabe von dir und ohne Gesamtstrategie des Unternehmens, werden die OKRs des Teams in die falsche Richtung laufen.
Zeige deinem Team vor der Festlegung der OKRs klar, was die strategischen Ziele für dieses Quartal sind und legt dann gemeinsam Objectives und Key Results fest.
Im nächsten Quartal werden die gleichen OKRs gewählt
OKRs sind zum Lernen und sich weiterentwickeln gedacht. Wenn ihr jedes Quartal identische OKRs festlegt, messt ihr lediglich den Status quo statt echten Fortschritt.
OKRs sollen jedoch motivieren und antreiben – diese Wirkung geht verloren, wenn sie sich nicht verändern.

Viel Spaß und vor allem viel Erfolg
OKRs sind kein Wundermittel, um die Strategie umzusetzen, aber ein sehr wirksames Tool, mit dessen Anwendung du und dein Team Strategie messbar macht. So könnt ihr vor allem motiviert eure Strategie verfolgen und Anpassungen schnell vornehmen.



Oha 🙂 Da kann uch gar nichts einwenden – und das ist selten. @Alena. OKR Pro!
Wenn Teams es ernst meinen: Bestes Tool.